Warum ich Sklavin bin

  • "Warum willst du Sklavin sein?"

    Eine Frage, die mir mein Herr gestellt hatte, bevor ich mich ihm unterworfen habe. Eine Frage, die sich wohl auch viele andere stellen, wie man freiwillig Sklavin werden kann!?

    Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. "Es ist meine Natur" ist ja schnell und leicht gesagt, aber wie kommt man darauf, so etwas zu sagen?

    Springen wir mal etwa 12 Jahre zurück zu dem Zeitpunkt, als ich auf der Suche nach meinem Herr war. Was ich wusste, ich wollte Sklavin werden. Vorausgegangen waren aber bestimmte Erlebnisse und Ereignisse, die mich immer wieder in den Bann gezogen haben. Meine Erinnerungen gehen zurück in die Kindheit, wo ich mich beim Spiel Räuber und Gendarm seltsamer Weise in meiner Vorstellung das potentielle "Opfer" war, welches gefangen und gefesselt wurde. Ähnliche Spielchen gab es auch in der Schule, wo dann gern Schals zum Fesseln benutzt wurden. Ebenfalls in der Kindheit, fiel mir ein Buch in die Hände, auf dem ein Sklavenkind mit gefesselten Händen abgebildet war.

    Später entdeckte ich verbotener Weise Bondangehefte im Schlafzimmer meiner Eltern. Ich betrachtete die gefesselten Frauen mit einer merkwürdigen Anziehungskraft. Viele Jahre später geriet ich an einen Fotografen, von dem ich mich im Evakostüm habe ablichten lassen und der wiederum stellte einen Kontakt zu einem "Bondagemeister" her. Da war es dann um mich geschehen. Ich hatte keine Ruhe mehr und mein Verlangen, die Kontrolle abzugeben, mich fesseln zu lassen und in der Gewalt des Bondagemeisters zu sein brannte qualvoll in mir.

    Durch diesen Kontakt öffneten sich schliesslich viele neue Wege und ich lernte BDSM kennen. Von einer Freundin, die ihrerseits schon länger in der Szene war (wir kannten uns schon lange, ohne von der jeweiligen Neigung zu wissen), erhielt ich das Buch "Der Liebe Ganze Härte", ein SM-Roman in Tagebuchform einer Sklavin. Zu dieser Zeit lernte ich, dass eine Sklavin scheinbar viel Schläge einstecken müsste. Was mich faszinierte war, dass sie es erdulden musste, weil sie Sklavin, sie aber freiwillig Sklavin sein wollte. Ich fand mich darin wieder und wusste, ich suche den Herrn, dessen Sklavin ich werden möchte.

    Ich stellte mir also nicht wirklich die Frage, warum ich das will oder ob es nun die Natur der Frau sei oder nur mein persönlicher Wunsch oder der Wunsch einer Sub, ich wusste nur, dass ich es wollte. Mein Wunsch Sklavin zu werden war sehr gross und es brannte in mir. Ich glaube, dass es unter Anderem auch dieser starke Wunsch versklavt zu sein war, der meinem Herrn damals gefiel. Dank des oben genannten Buches war ich auch auf "das Schlimmste" vorbereitet. Dazu gehörten Schläge, Strafen, Vorführungen, Schlafen in Ketten, Verleih an andere Herren und auch Herrinnen und vieles andere. Ich wollte es trotzdem (oder vielleicht auch gerade deshalb).

    Vieles von dem, was ich erwartete, ist auch eingetroffen: es gab Bestrafungen, "öffentliche" Auspeitschungen, Verleih an Herren und Herrinnen, Schlafen in Ketten, weitere Sklavinnen neben mir. Es war aber nie so krass, wie es sich in dem Buch las, weil die Dinge selten so heiss gegessen werden, wie gekocht, aber auch weil Vieles gar nicht so schlimm ist, wie man es sich in der Fantasie vorstellt. Ich war jedenfalls glücklich!

    Nun gab es aber auch Zeiten, in denen es nicht so gut lief. Es gab viele Tränen und es gab Zeiten des Zweifels. Die schwere Zeit war aber gerade nicht, als ich streng als Sklavin gehalten wurde, sondern viel eher dann, als diese Ordnung fehlte. Besonders schlimm empfand ich die Zeit, in der ich ohne Collar war und auch die Monate danach, als ich zwar wieder ein neues Collar tragen durfte, aber die Strukturen noch brach lagen und das Meiste nur aus alten Gewohnheiten her ablief, nicht aber mehr aus der inneren Überzeugung.

    Ich kann nicht genau sagen, wo plötzlich die neue Energie wieder herkam, aber es fühlte sich so an, als hätte jemand den Stecker in einem Karussell auf dem Jahrmarkt wieder eingesteckt und die vielen Lämpchen leuchteten wieder und die Musik spielte wieder. Auf einmal war es wieder da, dieses Brennen im Bauch und die feurigen Augen der Sklavin.

    Nun stelle ich mich doch mal die Frage, warum ich Sklavin sein will. Und ich glaube, dass ich von meinem Wesen her gern jemanden diene aber auch, dass ich es geniesse, dass mich jemand als seine Sklavin begehrt. Dazu gehört auch, dass ich mich als begehrenswertes Mädchen empfinde. Ich fand mich eigentlich schon immer recht hübsch und dachte, es könnte Männern gefallen, wenn ich den Befehlen eines Herrn gehorchen müsste. Mir jedenfalls gefiel des Gedanke. Ich sah in mir also selbst eine Sklavin, die in die Gewalt eines Mannes gehörte. Deswegen gefielen mir auch die Gor-Bücher, die genau das Bild, welches ich von mir hatte, bestätigten. Mit dieser inneren Überzeugung, offenbarte ich mich also meinem Herrn und bot mich quasi als seine Sklavin an.

    Bei mir war es zunächst mein eigenes Bild von mir, bevor ich dann in Büchern las, dass es etwas wie die natürliche Sklavin gibt. Mittlerweile kenne ich ziemlich viele andere Frauen, die sehr ähnlich empfinden. Ob es deshalb generell für das weibliche Geschlecht gilt, kann ich nicht sagen. Es gibt ja auch viele (wohl die Mehrheit) von Frauen, die lieber frei und eigenständig sind. Mich stört das aber nicht, solange ich nicht unter freien Frauen zu leiden habe. Als Sklavin bin ich glücklich, allerdings brauche ich auch eine Struktur, einen Herrn, der mich immer wieder daran erinnert, was ich bin, auch mal die Peitsche und sei es als Warnung und Erinnerung sowie äussere Zeichen meiner Versklavung wie das Barfusslaufen, Nackthaltung insbesondere wenn Gäste kommen oder auch regelmässiges Training der Sklavenpositionen, sklavenspezifische Fragen und nicht zuletzt die direkte sexuelle Benutzung. All diese Dinge dienen dazu, dass das Feuer am Brennen bleibt.

    Das Sklavenfeuer wird in der Regel mit ihrem sexuellen Verlangen in Verbindung gebracht. Eine Sklavin ist ein sexuelles Wesen, zweifellos, und die sexuelle Energie muss immer wieder befeuert werden. Ich glaube, dass die Sexualität eine entscheidende Rolle spielt. Die sexuellen Reize einer Sklavin, sind ihre Macht. Damit kann eine Sklavin Männer zum Wahnsinn treiben. Gleichzeitig muss sie sich auch als sexuelles Spielzeug zur Verfügung stellen, so dass das Kräfteverhältnis ausgeglichen ist. Für mich ist das ein schönes Bild und ich hoffe, dass ich noch lang Männern gefallen kann und darf.

    adira
    kajira of Alduras

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