Die Bestrafung

  • Ich sitze auf der Bettkante und schaue aus dem Fenster. Das Bett steht recht dicht am Fenster, so dass ich gut nach draussen schauen kann.

    Innerlich koche ich. Ich schaue aus dem Fenster und überlege, wie es wäre, wenn ich einfach weglaufen würde. Erst einmal wäre ich weg, weg von zu Hause, weg von meinem Herrn, weg aus dieser schrecklichen Anspannung.

    Ich koche. Unten fällt die Terrassentür ins Schloss. Mein Herr ist soeben nach draussen gegangen. Ich könnte mir schnell anmerkt etwas anziehen und dann durch die Haustür nach draussen gehen. Mein Herr würde sicher nicht sofort merken, wenn ich weg wäre. Eine Hose habe ich bereits an. Ich bräuchte nur eben ein T-Shirt aus dem Schrank nehmen und es mir schnell überziehen.

    Ich sitze auf der Bettkante und schaue nach draussen. Mein Herr bringt die Mülltonne weg. Plötzlich bekomme ich Angst. Er wird mich doch nicht alleine lassen? Wie dumm von mir zu denken, ich könnte weglaufen, wo ich gar nicht wüsste, was ich dann – fern von meinem Herrn – tun sollte. Andererseits bin ich von meinem Herrn sowieso meilenweit entfernt. Er ist verärgert. Als mein Herr gerade das Gartentörchen aufgemacht hat, um die Mülltonne nach draussen zu schieben, sah er traurig aus. Mein Herr traurig! Wegen mir!

    Ich weiss gar nicht, was ihn verärgert hat. Wir hatten uns unterhalten. Der Herr sass auf dem Sofa im Gästezimmer und ich kniete am Boden. Wir unterhielten uns. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, worum es ging, aber plötzlich war ein Streit entstanden. Ich habe gewiss nicht demütig "Ja mein Herr" gesagt. Ich habe bestimmt Widerworte gegeben. Ich wollte doch nur, dass mein Herr mich versteht. Ich glaube, er hat mich falsch verstanden. Ganz bestimmt hat er mich falsch verstanden!

    Ich schaue wieder aus dem Fenster. Ich spüre meinen nackten Rücken. Ein Gedanke schiesst mir in den Kopf: der Sklavenrücken der gepeitscht werden muss. Gepeitscht? Sofort beginne ich mich gegen diesen Gedanken zu wehren. Nein! Der Herr hat mich falsch verstanden! Ich ärgere mich immer noch, ja ich ärgere mich noch mehr! Ich will, dass es aufhört! Kann nicht einfach alles wieder gut sein?

    Gepeitscht! Weswegen? Ich habe die Peitsche schon ewig nicht mehr gespürt. Ich war eigentlich lange gar keine richtige Sklavin mehr! Es gab immer so viel Diskussion und Streit. Seit drei Monaten erst, schlägt wieder das Sklavenherz in mir. Und wie glücklich mich das macht! Ja, ich bin eine Sklavin!

    Unfair! Ich finde das alles unfair. Ich wollte doch nur gefallen. Warum sieht mein Herr das denn nicht? Ich will rennen, einfach nur wegrennen. "Ja? Willst du das wirklich?", frage ich mich selbst und schüttle verzweifelt den Kopf.

    Der Herr kommt wieder zurück. Ich sehe, wie er durch das Gartentor geht und dann in Richtung Haus aus meinem Sichtfeld verschwindet. Er geht aber nicht ins Haus. Was macht der Herr nun? Warum kommt er nicht ins Haus?

    Ich werde wieder wütend. Warum kommt der Herr nicht ins Haus? Ich greife zum T-Shirt und zieh es über. Ich sollte wegrennen. Der Herr hätte ja reinkommen können, dann wäre ich nicht weggelaufen, aber so laufe ich jetzt weg, jawohl!

    Ich ertrage diesen Zustand nicht! Ich brauche Harmonie und Frieden mit meinem Herrn. Ohne Nähe zu meinem Herrn fühle ich mich so einsam, allein und... hilflos. Ich bin verzweifelt. Warum kommt mein Herr nicht zu mir und nimmt mich in seine Arme und sagt, dass alles gut sei? Welch dumme Frage, denke ich dann. Bin ich nicht Sklavin? Muss ich nicht zum Herrn gehen und ihn um Verzeihung bitten?

    Aber was habe ich denn getan? Ich habe meine Gedanken geäussert, mein Herr hat diese falsch verstanden, ich habe sie noch einmal geäussert, er versteht es nicht! Er versteht mich falsch! Warum muss ich ...?

    Ich will nicht Sklavin sein! Nein, ich sollte besser frei sein, die freie Ehefrau! Dann könnte ich mit meinem Herrn vernünftig auf einer Ebene sprechen und er müsste mir auch mal zuhören. Ja, das wäre viel besser! Ich will nicht Sklavin sein!

    Ich fasse an meinen Halsreif. Dann drehe ich den Kopf zum Spiegel und betrachte mich. Ich bin Sklavin! Ich bin verdammt nochmal Sklavin! Mist! Mist! Mist!

     

    Ich stehe auf und gehe nach unten. Durch die Fensterscheibe sehe ich den Herrn im Stuhl sitzen. Er sieht traurig aus. Was ist mit mir? Ich will doch nicht, dass mein Herr traurig ist, schon gar nicht wegen mir!

    Warum bin ich das jetzt Schuld? Nur weil ich Sklavin bin? Das halte ich nicht aus! Warum ist mein Herr traurig? Warum hat er mir nicht einfach links und rechts eine gescheuert, wenn ich zu vorlaut war? Ist er nicht Herr?

    Ich koche innerlich. Am Liebsten würde ich wegrennen, aber ich kann nicht. Eine verdammte unsichtbare Kette hält mich einfach fest. Ich kann nicht wegrennen! Ich bin angekettet!

    Mein Herr bemerkt mich und kommt auf mich zu. Ich schaue ihn an, er schaut mich an. Ich falle in seine Arme und er hält mich fest. Ich weine.

    "Ich wollte Euch doch nicht wehtun, mein Herr!"

    "Ich weiss", sagt mein Herr.

    "Warum glaubt Ihr, ich wollte Euch wehtun?"

    "Ich bin nicht perfekt."

    "Ich liebe Euch!"

    "Ich liebe dich auch, meine Kleine!"

    "Ihr habt mich falsch verstanden, mein Herr!"

    "Kann sein." sagt mein Herr nachdenklich, während er meinen Kopf streichelt.

    "Ich wollte Euch nicht enttäuschen!"

    Ich drücke mich fest an meinen Herrn. Mein Herr hält mich sanft in seinen Armen. Beide sind wir traurig. Warum kam es nur zu diesem dummen Streit? In der Zeit, als ich noch mehr die freie Ehefrau war, gab es öfter Diskussionen die in einen Streit eskalierten. Irgendwann waren wir erschöpft und lagen uns in den Armen. So wie jetzt. Eine traurige Stimmung blieb aber jedesmal noch eine Weile stehen wie der Nebel am Morgen. So ist es jetzt auch wieder. 

    Es ist wieder in Ordnung, aber die Stimmung ist immer noch getrübt. Mein Herr ordert einen Tee und geht dann in den Keller. Ich mache das Wasser heiss und bereite den Tee nach seinen Wünschen. Noch während der Tee zieht, schiesst mir erneut der Gedanke durch den Kopf, dass ich die Sklavenpeitsche verdient habe. Nein! Doch! Ich senke den Kopf.

    Mein Herr kommt wieder nach oben und geht an der Küche vorbei. Er schaut mich an und lächelt mir sanft zu. Dann geht er nach oben. Ich denke nur "jetzt oder nie" und eile ins Wohnzimmer, wo die Sklavenpeitsche gut sichtbar von der Decke hängt. Oh wie lang ist es her, dass ich sie gespürt habe! Schnell ziehe ich die Kleidung aus. Dann nehme die Peitsche vom Haken und halte sie anschliessend mit den Zähnen fest. Ich eile die Treppe hinauf und beginne ab halber Treppe auf allen Vieren zu krabbeln. Nackt, mit der Sklavenpeitsche zwischen den Zähnen und gesenktem Kopf, krabble ich meinem Herrn entgegen. Vor seinen Füssen lege ich die Peitsche ab, küsse sie und krieche ein kleines Stück zurück.

    "Ja?" fragt mein Herr.

    "Die Sklavin bittet um Vergebung, mein Herr." flüstere ich in den Teppichboden. Mein Körper zittert. Ich spüre die Blicke des Herrn auf meinem nackten Körper.

    "Und was noch?"

    "Die Sklavin...." ich stocke. Mir bleibt fast der Atem stehen. Ich hoffe, der Krug gehr an mir vorüber. Vielleicht freut es den Herrn ja, dass ich um Verzeihung gebeten habe. Ich wollte doch alles gut machen! Ich habe doch nichts getan! Aber ich bin eine nackte Sklavin, die vor ihrem Herrn kniet. Eine Sklavin, die mit den Zähnen die Peitsche gebracht hat. Vielleicht war das doch keine so gute Idee?

    "Ich höre!" spricht mein Herr.

    "Die Sklavin bittet um Bestrafung, Herr!" kommt zögerlich und leise aus mir heraus.

    "Geh einen Schritt zurück, etwas weiter in die Mitte des Raumes. Nimm Whipping Position ein, Sklavin!"

    Ich gehorche. Der Herr lässt mich diesmal nicht davon kommen. Ich werde die Peitsche spüren! Nach so langer Zeit, werde ich gepeitscht, wie eine Sklavin! Ich bin eine Sklavin!!!

    ZISCH!!!!

    Mir bleibt der Atem stehen. Plötzlich wird es ganz still. Ich höre und fühle nichts mehr, ausser den brennenden Schmerz auf meinem Rücken. Ängstlich warte ich auf den nächsten Schlag. Es dauert ewig.

    ZISCH!

    Oh mein Gott! Ich höre mich keuchen. Mein Rücken brennt. Mein Körper verkrampft. Ich keuche! Ich keuche!

    ZISCH!!!

    Der Rücken brennt! Ich stöhne und keuche. Dann beginne ich zu weinen, bitterlich zu weinen. Vor meinem Mund spüre ich die Peitsche. Ich küsse sie! Ich küsse die Peitsche! Dann krieche ich weinend zu meinem Herrn und küsse seine Füsse!

    Ich bin eine gepeitschte Sklavin!

    Es waren nur drei Peitschenhiebe. Aber es waren genug, um mir klar zu machen, was ich bin: eine Sklavin!

    Mein Herr geht in die Hocke und streichelt mich liebevoll.

    "Jetzt sind wir wieder dort angekommen, wo wir einst waren!" sagt mein Herr zufrieden.

    "Komm hoch!"

    Ich richte mich auf und schaue meinen Herrn an. Mein Herr lächelt. Ich lächle freudig zurück.

    "Ich bin eine gepeitschte Sklavin" sage ich.

    "Eine Sklavin!" korrigiert mich mein Herr.

    "Ja, mein Herr, eine Sklavin!"

    "Der Tee müsste gut durchgezogen sein!" sagt mein Herr.

    Ich lache. "Ja, das denke ich auch, mein Herr!" und laufe nach unten in die Küche, um den Tee zu holen.

    Nach meiner Bestrafung fühlen wir uns beide so viel besser. Wie sehr hatte ich das gebraucht! Wie verrückt! Ich werde bestraft und gepeitscht und bin glücklich! Ja, ich bin wirklich eine Sklavin! Und ich bin stolz darauf!

    La Kajira!

2 comments
  • Adira of Alduras
    Adira of Alduras Liebe fiska, schön zu lesen, dass es auch anderen Sklavinnen so geht! Danke für deinen Kommentar
    June 26, 2017
  • Adira of Alduras
    Adira of Alduras Thank you for your "like", Master, it's nice to get likes even on german posts. I guess you could translate it with google translator, Master? *smiles and bows respectful*
    June 30, 2017