Sklaverei im Lichte der Spiritualität

  • Tal werte Herrschaften und Versklavten!

    Bevor ich in das Thema einsteige, möchte ich kurz einige Anmerkungen voran stellen. Zunächst möchte ich meinen spirituellen Zugang vorstellen, der mir im Alter von zwölf Jahren bewusst geworden ist. Meine Eltern, selbst christlich aufgewachsen und entsprechend geprägt, haben versucht mich zum christlichen Glauben zu bekehren. Zur Beruhigung meiner Mutter, hatte ich da mal ein entsprechendes Gebet nachgesprochen und war damit ein gläubiges Kind.

    Entsprechend komisch war es dann für meine Eltern, als ich von einem Missionsabend freudestrahlend nach Hause kam und berichtete, ich habe mich bekehrt. "Schön Kind, aber.. ich dachte du warst schon längst bekehrt..." so die Worte meiner Mutter.

    Meine weitere christliche Entwicklung spielt jetzt keine Rolle; dazu könnte ich ein ganzes Buch schreiben! Es sei nur gesagt, dass ich bereits seit über 30 Jahren ein Verständnis und Gespür für Geist und Seele habe.

    Interessante Highlights in meinem spirituellen Leben waren folgende Ereignisse:
    - Erstmaliger bewusster Zugang zum Geist im Alter von 12 Jahren
    - Feststellung, dass Menschen sich irren können, auch wenn sie angeblich vom Geist sprechen
    - Feststellung einer geistlichen Verbindung zu Menschen anderer Religionen (in diesem Fall zu einem Moslem)
    - Feststellung der Verbindung zwischen Sklaverei und Spiritualität

    Um Letzteres möchte ich nun sprechen.

    Als ich mich meinem Herrn vor über 12 Jahren unterworfen hatte und damit zur Sklavin wurde, gab es immer einen Gedanken, der für mich ein Rätsel war: es heisst ja in der christlichen Lehre "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben". Doch war nicht mein neuer irdischer Herr nicht auch wie ein Gott für mich? Ich erklärte es mir damit, dass mein Herr nun mal Mensch ist und damit kein Gott. Ausserdem sagt die Bibel ja auch zu Sklaven, sie sollen ihren Herren dienen. Einen echten Konflikt spürte ich nicht, im Gegenteil, ich hatte ein sehr friedliches Gefühl dabei, nunmehr Sklavin eines Mannes zu sein.

    Ein anderes war, dass ich naturgemäss mit anderen Menschen gleicher Lebensweise in Kontakt kam, wo jedoch niemand über eine spirituelle Ebene sprach, weder im direkten Zusammenhang mit der Lebensweise noch beiläufig oder indirekt. Es schien also keinen Zusammenhang zwischen Sklaverei und Spiritualität zu geben.

    Schauen wir aber mal etwas genauer hin, in meine Gedanken und Blogeinträge vor einigen Jahren, so finden wir zum Beispiel etwas wie "den Kampf zwischen der inneren Sklavin und der inneren freien Frau". Was ich damit zum Ausdruck bringen wollte, war ein innerer Kampf, den man mit sich selbst ausmachen musste. Einerseits gab oder gibt es eine Seite, die möchte einfach ganz gehorsam sein, dienen, gefallen und eine andere Seite, die irgendwie nicht immer alles mitmachen will. Da kommen dann Widerworte, Murren, bockig sein, an eigenes Wohlbefinden denken und so weiter. Diesen Kampf nahm ich einerseits persönlich wahr und andere Sklavinnen bestätigten ihrerseits diese Feststellung in ihren Kommentaren unter meinen Blogbeiträgen.

    Was ich als innere freie Frau bezeichnet hatte, würde ich heute als das Ego bezeichnen. Das Ego, eine Bezeichnung für unseren egoistischen Geist, oft auch schlicht als "Ich" bezeichnet, ist also ... der natürliche Feind der Sklavin. Gewiss nicht nur der Sklavin, denn jeder Mensch hat ein Ego, ein "Ich" und kennt diesen Kampf des Ich gegen ... nun gegen was?

    Den spirituellen Geist! Schauen wir weite auf unsere oft gewählte Wortwahl: "Sklavenseele", "Sklavennatur", "Sie hat den Geist einer Sklavin", "Im Herzen eine Sklavin", "Ich habe immer gegen meine Sklavennatur angekämpft", "Freiheit in Ketten" und so weiter und so fort. In jedem Fall wird eine Seite von uns angesprochen, die uns genauso ausmacht, wie das meist viel offensichtlichere Ego.

    Nehmen wir "Freiheit in Ketten", so passt ganz gut das Bild eines herrschenden Egos, welches in Ketten gelegt wird, wodurch der Geist der Sklavin frei wird und nunmehr das Leben der Sklavin bestimmt.

    Betrachten wir die Sklaverei in diesem Zusammenhang, so eröffnet dies uns eine ganz neue Erkenntnis, wie und warum wir als Sklavinnen zufrieden, erfüllt und glücklich sind. Und auch, warum es manchmal schwierig wird, nämlich immer dann, wenn wir wieder einen Kampf des Ego, unseren (alten) Ich erleben.

    Ich gehe noch einen (Gedanken-)Schritt weiter: nicht nur unser eigenes Ego kämpft gegen unseren (Sklaven-) Geist, sondern auch zum Beispiel das Ego unseres Herrn! Ja, wirklich: wenn der Herr ebenfalls einen Geist des Herrn hat, so spricht der Geist der Sklavin darauf wunderbar an, aber nicht wenn nicht der Geist des Herrn spricht, sondern das Ego des Herrn. Auf das Ego unseres Herrn reagiert dann unser eigenes Ego und führt zu Ungehorsam, Unfrieden, Unglück.

    Diese Vorgänge sind uns bekannt. Nur erscheinen die Dinge auf einmal in einem neuen Licht und werden plötzlich klar, was uns vielleicht sonst rätselhaft erscheint und traurig oder gar ärgerlich macht.

    Ich bin davon überzeugt, dass Sklaverei und Spiritualität nicht von einander getrennt werden kann. Etliche Fragen finden ihre Antworten genau dort: in der Spiritualität.

    Vielen Dank für das Lesen meiner Gedanken. Bitte schreibt Eure Gedanken untern als Kommentar! Ich freue mich auf Eure Gedanken und Sichtweisen.

    adira
    Kajira of Alduras

0 comments