Was mich am Sklavin sein reizt (e)

  • Inspiriert von Adiras Blogeintrag . . Ich erinnere mich an ein merkwürdiges Erlebnis in meinen jungen Erwachsenjahren. Ich erwachte aus einer Art Traum, und in meinem Kopf hallte noch der Satz nach: "Wenn er mich wirklich lieben würde, ich würde ihm die Füße küssen". Dazu verblasste vor meinen Augen das Bild eines jungen Mannes, den ich damals als Jesus identifizierte. . . Das merkwürdige an diesem "Traum" war, dass ich zu diesem Zeitpunkt keine Christin war, mit Männern nichts anfangen konnte, und Füße, also Männerfüße, ziemlich eklig fand. Noch verwirrender war, dass dieses Erlebnis mit einem unfassbar intensiven Glückserlebnis einer ging, einem Adrenalinstoß, wie man ihn hat wenn man aus einer sehr großen Höhe springt. Und Erregung... sehr starke Erregung, was mich ratlos machte, da Männer für mich zu diesem Zeitpunkt stinkende, brutale Egoisten waren. (Entschuldigt bitte, liebe Männer, aber es gab damals Gründe für meine Aversion) . . In meiner folgenden, sehr mystisch geprägten, religiösen Phase suchte ich die Unio Dei, die Vereinigung Gottes, und es waren durchaus erotische Empfindungen damit verbunden, die Braut Gottes zu sein, ganz sein, "Totus Tuus". "Dios solo basta", Gott allein genügt, dieser Wahlspruch der heiligen Therese war auch meiner, denn in dieser Welt gab es nur einen Ort für mich, der mir Schutz und ein Ende meiner Einsamkeit zu versprechen schien, und das war die Stille im Herzen Gottes. . . Um diese Radikalität meines Suchens zu verstehen muss man wissen, dass mich in diesen jungen Jahren schon mehrfach die Erfahrung von Verlust heimgesucht hatte, sei es dass Menschen vor meinen Augen verstarben, oder mir das Obdach entrissen wurde, und ich mich auf der Straße wieder fand. Meine Kindheit wiederum war von Angst und tiefster Einsamkeit geprägt. . . Jemanden zu finden, der mich wirklich will, und bei dem ich Schutz und Liebe finden könnte, schien mein persönliches El Dorado zu sein. Da war die Mystik als Antwort zu verlockend für mich. . . Aber mein Glaube zerbrach in der Auseinandersetzung mit der christlichen Religion, und ich war wieder die gefühlt einsamste Kreatur auf diesem Stein im unendlich großen Kosmos. . . Viele Jahre später fand ich einen Partner, der mich dem BDSM näher brachte. Es war nicht der Schmerz der mir Lust bereitete, sondern meine freiwillige Hingabe, und zu lieben, was ihm Lust bereitete. Da war es wieder, dieses süße Empfinden, was ich seit meiner religiösen Emanzipation vermisst hatte. Leider war die seelische Konstitution meines Partners wenig geeignet mir das Gefühl von Sicherheit zu bieten, und so verhinderte mein Selbsterhaltungstrieb die komplette Hingabe. Es war "nur" eine Dom/sub Beziehung, wenngleich mit vielen TPE Bezügen (er hatte uneingeschränkten Einblick in meine Kommunikation, und Vollmacht über meine Finanzen. Zudem plante er alle unsere Aktivitäten.) . . Diese Beziehung zerbrach, als eine jüngere Frau dazu kam, die nicht gewillt war zu teilen. Sie war SL Kajira, hatte aber selbst gar keine Erfahrung mit Real life Dominanz. Um mich von meiner Not abzulenken las ich in den ebooks, die sie mit mir geteilt hatte. "Sklavin auf Gor"... irgendwie berührte mich der Inhalt, und stieß mich aber auch wieder ab. Die beschriebene Ohnmacht, und die sexuelle, und physische Gewalt welcher die entführten Frauen ausgeliefert waren, triggerten meine Traumata. Dann las ich die Tänzerin von Gor, und ich brannte. So sehr, dass ich meinen nun Ex Partner und seine neue Gefährtin bat, ihre Sklavin sein zu dürfen. Zu meinem Unglück baten sie sich Bedenkzeit aus... und nahmen dann Abstand von meiner Bitte. Zu Recht erkannten sie meine instabile seelische Konstitution. . . Auf meiner Suche nach goreanisch lebenden Menschen stieß ich auf den Blog von adira. "Sehnsucht nach einer Schwestet", oder so ähnlich lautete der Titel des ersten Beitrags, den ich von ihr las. Ich fühlte mich tief angerührt von der Sehnsucht, die mich da aus den Zeilen ansprach. Zugleich freute ich mich Menschen zu finden, die täglich lebten, wovon sie träumten. Denn die junge Geliebte meines Expartners erkannte sehr schnell den Unterschied zwischen virtuellem Gor, und realer Dominanz, und dass sie ihre Freiheit noch brauchte. . . Über die folgende Zeit mag ich nicht genauer Auskunft geben. Meine Sehnsucht ließ eine Partnerschaft zerbrechen, und fügte mir, und anderen Menschen tiefe seelische Wunden zu. Ich musste erkennen, dass ich nicht die seelische Stabilität aufweise, um eine Beziehung auszuhalten, die mich auf Distanz hält. Zwar brennt in mir die Lust der Hingabe und das sexuelle Feuer einer Kajira, aber meinem Bedürfnis nach Sicherheit und Liebe scheint niemand gewachsen zu sein, so dass ich daran arbeite ein solitäres Leben auszuhalten, und meine Selbstliebe zu erweitern.
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